5G

Bild: ADMC auf Pixabay

Der Mobilfunkstandard 5G ist zurzeit in aller Munde. Doch was genau ist eigentlich 5G? Wie weit ist der Ausbau? Welche Chancen und Risiken sind damit verbunden und welche Geschäftsmodelle eignen sich für die 5G-Technik?

Im neuen DKUB-Stichpunkt 5G finden Sie alle wichtigen Fakten zum Thema. Kompakt und für Entscheider im Mittelstand.

Haben Sie Fragen zu 5G oder wollen eine eigenen Projektidee bewerten? Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Was ist 5G?

5G steht für den neuen Mobilfunkstandard der 5. Generation. Mit jeder Generation steigt die Datenübertragungsrate. 5G ist deutlich schneller als 4G (LTE), so können Daten standartmäßig mit bis zu 10.000 Mbit/s übertragen werden. 5G soll eine digitale Zukunft ermöglichen, in der nahezu alles in Echtzeit miteinander vernetzt sein kann. Dies geht über die Vernetzung von Computer und Smartphones hinaus und soll unter anderem Geräte im Haushalt, Anwendungen der Industrie und autonomes Fahren umfassen. Der 5G Standard liefert die Basis für nahezu verzögerungsfreie Vernetzung für eine sehr große Anzahl an Geräten. Stabilität und erhöhte Datensicherheit wurden im neuen Standard ebenso weiter ausgebaut.

Ausbau von 5G innerhalb Deutschlands

Der Ausbau der 5G Infrastruktur in Deutschland ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern bereits in vollem Gange. Im Juni 2019 wurde die Versteigerung der 5G Lizenzen abgeschlossen. Seither treiben die Anbieter den Ausbau insbesondere in den Großstädten und Ballungszentren aktiv voran. Privatkunden mit 5G fähigen Endgeräten können etwa in Berlin, Frankfurt, München oder Leipzig das schnelle Internet bereits nutzten. Schon bis Ende 2020 sollen zudem weite Teile des ländlichen Raums abgedeckt werden. Ermöglicht wird dieser rasche 5G-Ausbau in der Fläche durch ein technisches Upgrade, mit dessen Hilfe die bestehenden 4G Antennen auf 5G aufgerüstet werden können. Hierbei wird auf das sog. Dynamic Spectrum Sharing (DSS) gesetzt, das einen parallelen Betrieb von 4G und 5G im selben Frequenzbereich ermöglicht. Allerdings verringert sich dabei die 5G Datenübertragungsrate auf nur noch 200 Mbit/s. Erste Testfelder gibt es bereits im Sauerland oder im rheinland-pfälzischen Landkreis Wittlich.

Als Nadelöhr für den weiteren Ausbau gilt nunmehr die Anzahl der 5G fähigen Endgeräte. Sowohl die Geräte als auch die angebotenen Tarife sind im Vergleich zu 4G deutlich teurer, was sich als Hemmschuh für die schnelle Verbreitung unter Privatkunden erweisen könnte.

Chancen für den Mittelstand

Der neue Mobilfunkstandart der 5. Generation wird sich künftig in immer mehr Bereichen etablieren und somit neue Maßstäbe setzen. Für den deutschen Mittelstand ist es daher nahezu unumgänglich, auf 5G basierte Technologien zu setzen, um auf globaler Ebene wettbewerbsfähig bleiben zu können. Branchenspezifisch führende Unternehmen könnte ihre Position weiter behaupten. Aber auch die kleineren Unternehmen könnten mit Hilfe des neuen Mobilfunkstandards mit der Aufholjagt beginnen.

Der neue Mobilfunkstandard steht nicht für Science-Fiction, sondern für Fortschritt. Mit Hilfe neuer auf 5G basierten Technologien kann es gerade mittelständischen Unternehmen gelingen ihre Effizienz enorm zu steigern.
In nahezu jeder Branche, ob Gesundheitswesen, Industrie, Landwirtschaft oder auch in der Gastronomie können neue auf 5G basierte Technologien angewendet werden. Garantierte Netzverfügbarkeit stellt reibungslose Abläufe sicher. Neue auf 5G basierte Technologien gelten als leistungsstark und versprechen durch die genutzte große Bandbreite eine schnellere und flexiblere Datenübertragung. Mit 5G lassen sich Anwendungen mit einer einzigen Technologie adressieren, für die bisher verschiedene Infrastrukturen gebraucht werden. Der neue Mobilfunkstandard ermöglicht eine massive Vernetzung verschiedenster Vorgänge und Anwendungen. Kritiker könnten in der zunehmenden Vernetzung eine Gefahr zur ungewollten Verbreitung von Daten sehen. Phishing von unternehmensinternen Daten ist nach wie vor ein Problem, mit dem einige Unternehmen zu kämpfen haben. Allerdings bietet die sogenannte Campus-Lösung die Möglichkeit, in einem nach außen abgeschotteten 5G-Netz zu arbeiten. So können Firmen auf ihrem Gelände von 5G Technologien profitieren, ohne das Risiko einzugehen, dass sensible Daten nach außen gelangen können. Der neue Mobilfunkstandard hebt die Sicherheit der Datenübermittelung auf ein neues zuverlässigeres Niveau.

Auch der hohe Finanzbedarf für die Einrichtung der neuen Technologien könnte Kritiker auf den Plan rufen und ohnehin finanziell angeschlagene Unternehmen abschrecken oder gar „hinten runterfallen lassen“. Jedoch gilt der neue Mobilfunkstandard als stets innovativ und ist somit oftmals durch öffentliche Stellen förderungsfähig. Der am Anfang hohe Investitionsbedarf kann somit schnell auf ein erträgliches Maß gesenkt werden. Die notwendigen Investitionen dürfen auch nicht ausschließlich als finanzielle Last angesehen werden, da es sich bei einer Investition in neue Technologien stets um eine Optimierung der eigenen Standards handelt.

Die Chancen, welche durch 5G entstehen, überwiegen die Risiken bei weitem. Die Nutzung von 5G wird es mittelständischen Unternehmen ermöglichen, ihre Gewinnmargen breiter aufzustellen und gerade im internationalen Vergleich dem zunehmenden Wettbewerb zu trotzen.

Anwendungsbeispiel: Health5G.net

Im Rahmen des vom Bundministerium für Verkehr und Infrastruktur (BMVI) geförderten Projektes Health5G.net des Landkreises Göttingen hat die DKUB die Projektsteuerung übernommen. Ziel des Projektes ist die Planung eines 5G Netzes auf dem Campus der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und darauf aufbauend die Entwicklung von Anwendungen für die innovative Patientenversorgung. Mögliche Use Cases beinhalten sog. Smarte Patientenbetten, Telemedizin, virtuelle Operationen und in-house Tracking von medizinischen Geräten. Dabei soll das Campusnetz nicht nur der UMG selbst, sondern auch anderen interessierten lokalen Forschungseinrichtungen und KMUs aus den Bereichen Medizin und Medizintechnik zur Verfügung gestellt werden. Auf diese Weise soll Health5G.net als offene Plattform und Drehscheibe für die Förderung medizinischer Innovationen in der Region Südniedersachsen dienen.

Als erster Use Case sind die Smarten Patientenbetten geplant, die in der UMG bereits mit externen Partnern erprobt und entwickelt werden. Smarte Patientenbetten sind mit diversen Sensoren ausgestattet, mit denen die Körperhaltung, die Vitalzeichen (Herzschlag/Puls, Atmung, Temperatur), die Sprache und der Flüssigkeitshaushalt des Patienten beobachtet und kontrolliert werden kann. Mit Unterstützung von intelligenten Algorithmen lassen sich auf diese Weise mögliche Gesundheitsrisiken, wie Dekubitus oder Schlaganfall, frühzeitig erkennen und vermeiden. Smarte Betten erhöhen damit nicht nur die Qualität der Pflege und das Wohlbefinden des Patienten, sondern tragen auch zu einer Verringerung der Arbeitsbelastung der Pflegekräfte sowie Kostensenkungen bei.

Aufgrund der Vielzahl und aufwendigen Vernetzung der angebrachten Sensoren, fallen bei Smarten Patientenbetten kontinuierlich große Datenmengen an, die in Echtzeit verarbeitet und analysiert werden müssen. Der Aufwand potenziert sich, wenn die Betten auch für den Transport von Patienten, d. h. mobil, genutzt werden. Mit der neuen 5G Technologie ist eine solche Echtzeitkommunikation großer Datenmengen problemlos möglich. 5G bietet gegenüber früheren Mobilfunkgenerationen eine deutlich höhere Connectivity, Performance und Datensicherheit, und ist somit ideal für den Betrieb Smarter Patientenbetten geeignet.

Bei einer weiteren Förderung durch das BMVI, ist die Umsetzung für den Beginn 2021 geplant. Im Rahmen der Projektarbeit wird die DKUB aktiv unterstützt von der DOK SYSTEME, einer Unternehmensberatungsfirma spezialisiert auf Informations- und Kommunikationstechnologien (ITK), die über exzellentes Know-how im Bereich 5G Technologien und Anwendungen verfügt.

Das Health5G.net Projekt wurde am 9. Juli 2020 von Dr. Jochen Kuhl auf der 3. Niedersächsischen 5G Anwendungskonferenz einem breiteren Publikum vorgestellt. Für alle Interessierten ist eine Videoaufnahme des Vortrags online verfügbar.

Die DKUB und 5G

Die Erschließung neuer Geschäftsfelder durch die Entwicklung innovativer 5G Anwendungen ist eine strategische Führungsaufgabe, die vom Top-Management eine hohe IT-Affinität abverlangt. Mit der DKUB steht Ihnen ein unternehmerisch denkender und technologisch versierter Partner für die Umsetzung des neuen Mobilfunkstandards zur Seite.

Die DKUB verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Digitalisierung von Management- und Geschäftsprozessen und der Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle. Dabei kann sie im Rahmen der konzeptionellen Tätigkeiten stets auf ihr bewährtes Netzwerk hochqualifizierter Experten unterschiedlichster Fachrichtungen zurückgreifen. Auf Wunsch übernimmt die DKUB die gesamte Projektleitung, steuert die internen und externen Projektpartner und stellt das Projektmanagement Office. Dabei verfolgt sie stets einen ganzheitlichen Beratungsansatz, der strategische und technologische Aspekte miteinander vereint.

Haben Sie Fragen? Oder planen Sie bereits ein 5G Projekt und brauchen aktive Unterstützung? Wir freuen uns auf einen Austausch mit Ihnen!